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19.07.2019

Starke Neigung zum flachen Dach

Starke Neigung zum flachen Dach

Wohnen unterm Flachdach liegt voll im Trend

Wollte man die Architektur der Moderne durch ein einziges Bauelement charakterisieren, so wäre das sicher das Flachdach. Von der Bauhaus-Bewegung in alle Welt getragen, hat es sich zum Standard für Gewerbebauten und Großobjekte entwickelt. Doch jetzt entdecken auch immer mehr private Bauherren die Vorzüge dieses Dachkonzepts für den Eigenheimbau.

2019 steht im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums. Vor 100 Jahren gegründet, hat diese revolutionäre Ideenschule für Design und Architektur den Städtebau weltweit bis heute geprägt. Charakteristisch ist der sachlich-reduzierte, kubische Baustil mit seiner modernen, funktionalen Ästhetik, seinen klaren Formen und Raumkonzepten – und vor und über allem dem Flachdach.

Wegen seiner praktischen Vorteile und der relativ preiswerten Bauweise ist es aus dem Gewerbe- und Verwaltungsbau oder für Mehrfamilienhäuser längst nicht mehr wegzudenken. Im privaten Wohnbau hatte das flache Dach einen ersten Boom durch die Bungalow-Architektur der Wirtschaftswunderzeit in den 1960-er Jahren erlebt. Doch durch fehlerhafte Konstruktionen und Bauausführungen wurde es bald wieder ausgebremst.

Im Comeback besser denn je

Von einem Flachdach spricht man, wenn das Dach weniger als sieben Grad geneigt ist. Anders als beim stark geneigten Steildach können Niederschläge also nicht ohne weiteres abfließen. Mangel an Erfahrung und an den richtigen Materialien führten anfangs oft zu Fehlern am Bau, mit der Folge, dass Wasser durch die Decken sickerte, was den Ruf des Flachdaches auf lange Sicht schädigte.
Kein Wunder, ist doch die Dachabdichtung das A und O im Flachdachbau. Zum Glück hat sich die Situation inzwischen radikal verändert, von den technischen Rahmenbedingungen über die fachliche Ausbildung bis hin zu den Materialien. So ist es auch den modernen, ebenso robusten wie leichtgewichtigen Werkstoffen für die verlässliche und dauerhafte Dachabdichtung zu verdanken, dass der Trend zum Flachdach wieder volle Fahrt aufnehmen konnte. Das gilt übrigens auch für Fertighäuser, deren Anteil am privaten Bauaufkommen ebenfalls deutlich steigt.

Dem Flachdach gehört die Zukunft

Nach einer Architektenbefragung von BauInfoConsult im Jahr 2018 ist die verstärkte Nachfrage nach Flachdachlösungen der zweitwichtigste Zukunftstrend – eng verbunden mit der stärksten Tendenz: der Zunahme von Dachbegrünungen.
Gerade in den Ballungszentren wächst der Wunsch nach mehr Natur als Beitrag zum Klima- und Artenschutz. Und nicht nur Vögel und Insekten, sondern auch die Menschen brauchen frisches Grün und Pflanzen, um sich wohlzufühlen. Das Flachdach ist der ideale Untergrund für begrünte Dächer, eine gute Dämmung, Entwässerung und Abdichtung vorausgesetzt. Vor allem Werkstoffe, die nicht durchwurzelt werden können und ohne Pestizide oder Herbizide auskommen, machen es möglich.
Ein Zugewinn an Lebensraum
Vom Bauhaus bis heute lieben Architekten die gradlinige Formensprache, zeitlose Eleganz und kreative Vielfalt, die das Flachdach bei der Baugestaltung erlaubt. Zu diesen ästhetischen Vorzügen, die heute dem Zeitgeist gemäß immer mehr Menschen ansprechen, kommt eine ganze Reihe von einzigartigen Vorteilen, die für das Flachdach sprechen.
Grillen, Chillen, Gärtnern im Biotop, Schwimmen im Pool oder die Sonnenenergie einfangen – auf dem Flachdach geht, was am Steildach unmöglich wäre. Und nicht nur auf, sondern auch unter dem Dach gewinnt man mehr Raum fürs Leben. Denn auch in der obersten Etage muss man keine Abstriche mehr wegen schräger Wände machen.

Die Vorteile von Flachdächern können sich sehen lassen:
  • Ohne Dachschrägen steht im kompletten Haus mehr echter Wohnraum zur Verfügung.
  • Die Dachfläche lässt sich vielfältig nutzen, z.B. als Dachterrasse, für den Swimmingpool oder als Dachgarten.
  • Flachdächer eignen sich bestens zur Begrünung und bieten damit einen Gartenersatz, der vor allem bei kleinen Grundstücken wertvoll ist. Zudem verbessert die Begrünung die Energieeffizienz des Gebäudes.
  • Flachdächer sind ideal für Solaranlagen zur Erzeugung von Solarthermie bzw. -strom. Anders als beim Steildach steht die gesamte Dachfläche den ganzen Tag schattenfrei für die Sonnenkollektoren zur Verfügung.
  • Alle Räume haben Licht und freie Sicht bis unters Dach, man benötigt keine speziellen Dachfenster. Zusätzlich kann man durch Lichtkuppeln noch mehr Helligkeit ins Haus bringen.
  • Die Baukosten können im Vergleich zu traditionellen Steildächern niedriger ausfallen. Je länger zudem die Lebensdauer der verwendeten Werkstoffe – vor allem bei der Abdichtung – ist, desto besser rechnet sich die Investition ins Flachdach auch auf längere Sicht.
  • Und nicht zu vergessen: Häuser mit Flachdach bieten flexiblere Spielräume für nachträgliche Erweiterungs- oder Umbauten.

Der wachsenden Begeisterung fürs Flachdach setzen allerdings mitunter noch die kommunalen Bebauungspläne Grenzen. Nach wie vor sind mancherorts Satteldächer vorgeschrieben bzw. müssen Flachdächer erst vom Bauamt genehmigt werden. Bleibt die Nachfrage jedoch weiter so dynamisch, wie die Branchenexperten prognostizieren, wird auch die baurechtliche Seite nachziehen müssen.

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