Presse

10.04.2019

Gut bedacht – Eine kurze Geschichte der Gebäudeabdichtung

Gut bedacht

Eine kurze Geschichte der Gebäudeabdichtung

Ein Blick in die jüngere Geschichte der Gebäudeabdichtung zeigt, dass nicht nur Funktionsanforderungen, sondern vor allem auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte und die damit verbundenen gesetzlichen Auflagen wesentliche Treiber der Entwicklung waren.

Gedeckt und geteert

Mitte des 20. Jahrhunderts begann die Flachdach-Ära in der Architektur. Flachdächer waren angesagt, nicht nur für Nutzbauten, sondern immer mehr auch im Wohnbereich.
Für den erforderlichen Schutz vor Nässe und Witterung kam zunächst Teerpappe zum Einsatz. Dachpappen, die in Steinkohlenteer getränkt waren – das klingt nicht nur „anrüchig“, sondern war auch in hohem Maße ungesund für Mensch und Umwelt. Denn Steinkohlenteer setzt krebserregende Inhaltsstoffe frei, sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Etwa ab dem Ende der 1970er-Jahre löste flüssiges Bitumen, ein asphaltverwandtes Erdölprodukt, den Teer allmählich ab.

Neue Herausforderungen

Ein weiterer Entwicklungssprung wurde durch die Energiekrise der 70er-Jahre und die wachsende Umweltbewegung ausgelöst. Die Herausforderung, Energie zu sparen, führte dazu, dass Gebäude stärker isoliert wurden, um Wärme zu speichern. Dadurch wurde aber auch die Dachkonstruktion erwärmt. Da Teer und Flüssigbitumen einen Schmelzgrad von unter 50°C haben, kam es nicht selten zu Leckagen. In den 80er-Jahren kamen deshalb die ersten Bitumenbahnen auf den Markt und wurden seither immer weiterentwickelt. Trotz aller Fortschritte erfolgt die Verarbeitung jedoch weiterhin mit offener Flamme und damit hohem Brandrisiko. Außerdem ist das Material als Schadstoff eingestuft.
In den 80er- und 90er-Jahren wurden als Alternative auch Kunststofffolien entwickelt wie z.B. Polyolefin- und PVC-Folie. Hier wird die erforderliche Flexibilität durch Weimacher erzielt, die mit der Zeit emittieren. Neben schädlichen Umwelt- und Gesundheitsfolgen kann das auch zu Einbußen bei der Dehnbarkeit und zur Materialermüdung führen, also die Funktion mindern.

Zukunftssicherheit eingebaut

Schon in den 1960er-Jahren wurde der Synthesekautschuk EPDM aus Ethylen-, Propylen- und Dien-Monomeren entwickelt. Voraussetzung dafür waren rentablere, vereinfachte Herstellungsverfahren – die Polymerisation - deren Erfinder 1963 den Chemie-Nobelpreis erhielten.
EPDM besteht aus sehr langen, gesättigten und damit hoch stabilen Molekülketten, ist extrem dehnbar und widerstandsfähig, dauerhaft UV-beständig, ohne offene Flamme zu verlegen und vielseitig nutzbar. Er ist frei von Schadstoffen und Weichmachern, wirkt über den gesamten Lebenszyklus nur gering auf die Umwelt ein, ist unproblematisch zu entsorgen und lässt sich weiterverwerten. In Verbindung mit der langen Nutzungsdauer von 50 Jahren und mehr realisiert er die beste Ökobilanz im Vergleich mit anderen Abdichtungswerkstoffen.

Aktueller denn je

Die Anforderungen an Funktionalität und Sicherheit für Mensch und Umwelt von Bauwerkstoffen werden weiter steigen, und die Entwicklung wird versuchen, damit Schritt zu halten.
Mit EPDM ist ein Werkstoff für die verlässliche Dach- und Fassadenabdichtung verfügbar, der seit den Anfängen nicht wesentlich verändert werden musste und dennoch heute aktueller denn je ist.

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