Presse

09.12.2019

Ein Dach für kommende Generationen

Ein Dach für kommende Generationen

Werkstoff EPDM: Beitrag der Bauindustrie für mehr Umweltschutz

In puncto Nachhaltigkeit müssen auch die Hersteller von Baustoffen ihre Hausaufgaben machen, denn die Konsumenten fordern zunehmend umweltschonende, langlebige Materialien. EPDM gilt in vielen Bereichen immer noch als Geheimtipp, dabei sind die Vorteile längst bekannt.

Eine nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährleistet, dass zukünftige Generationen bei der Befriedigung ihrer Bedürfnisse nicht schlechter gestellt sind als gegenwärtig lebende. So definiert zumindest der Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen von 1987 den Begriff. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, könnte man denken. Doch eine ganze Generation von Schülerinnen und Schülern sieht sich gezwungen, für dieses Grundrecht lautstark zu protestieren. Nicht nur bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen, sondern längst auch in den Parlamenten oder in öffentlichen Debatten wird derzeit heftig über dieses Thema diskutiert. Dabei dringt eine Botschaft immer deutlicher zu Tage: Die gegenwärtig lebende Generation muss gleich auf mehreren Ebenen nachhaltige Veränderungen herbeiführen, damit kommende Generationen eine lebenswerte, ressourcenreiche Umwelt vorfinden.

Hersteller sind in der Pflicht

Die Verpflichtung zur Lieferung nachhaltiger Lösungen zieht sich durch alle Bereiche und erfordert auch von der Bauindustrie ein Umdenken hin zu umweltfreundlichen und langlebigen Materialien. Ähnlich wie in der Automobilindustrie oder in der Energieversorgung gibt es auch dort bereits zukunftsweisende Lösungen, die allerdings häufig noch zu selten genutzt werden bzw. nicht die Marktrelevanz besitzen, die sie eigentlich verdienen. So befasst sich bspw. der Technische Ausschuss des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie seit Jahren mit dem Thema Nachhaltiges Bauen und diesbezüglich speziell auch mit Zertifizierungssystemen. Ziel des 2011 im Technischen Ausschuss gegründeten Arbeitskreises Nachhaltigkeit ist es u.a., die steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz der Bauwerke zu unterstützen, sowohl was die energetische Sanierung als auch was den Bestandsersatz als Alternative anbelangt.

Raus aus der Nische mit EPDM

Fast als Geheimtipp kann diesbezüglich der Werkstoff  EPDM gesehen werden. Definitiv eine in allen Punkten nachhaltige Lösung, die leider, fernab von jeglicher staatlicher Subventionierung und großen Lobbyverbänden, noch immer ein Nischendasein am Massenmarkt führen muss.

Aus EPDM werden besonders hochwertige Flachdach- und Bauwerksabdichtungen hergestellt. In einer kürzlich von der EPDM Gesellschaft in Auftrag gegebenen Umfrage schätzen Architekten und Fachplaner den Marktanteil von EPDM auf 18 Prozent. Die Initiatoren der Gesellschaft sind jedoch überzeugt, dass EPDM aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften, Ökobilanz und Gebrauchsdauer das zukunftsweisende Material für eine langlebige und nachhaltige Abdichtung der Gebäudehülle sein wird.

Wie EPDM die Forderung nach Nachhaltigkeit einlöst

Das Akronym EPDM steht für Ethylen-Propylen-Dien-Monomer. Was zunächst nicht nach einem natürlich vorkommenden Rohstoff klingt, ist tatsächlich eine Kautschukart mit ähnlichen Eigenschaften wie Naturkautschuk. So beruht EPDM auf einer synthetisch im sogenannten Expansionsverfahren, hergestellten Variante des Naturprodukts. Seine positiven Eigenschaften erhält EPDM allein aufgrund seiner Molekülstruktur – ohne jegliche Zusätze.

Das Material selbst ist um bis zu 500 Prozent dehnbar und kann sich so bei der Dach- und Gebäudeabdichtung optimal an die baulichen Gegebenheiten anpassen. Die stabile Verbindung der beteiligten chemischen Elemente sorgt außerdem dafür, dass diese Elastizität auch bei hohen Temperaturschwankungen zwischen -40°C und +120° erhalten bleibt. Weder starke Sonneneinstrahlung noch große Kälte schaden dem Material, was EPDM zu einem extrem langlebigen und somit nachhaltigen Baustoff macht. Das bestätigt auch das Süddeutsche Kunststoffzentrum (SKZ) in einer vom wdk (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.) in Auftrag gegebenen Studie. Demnach verfügt das Dichtungsmaterial für Dach und Fassade über eine Lebenserwartung von mehr als 50 Jahren.

Umweltschonend schon bei der Herstellung  

Als sogenanntes inertes (lat. träge) Material reagiert EPDM kaum mit anderen Reaktionspartnern wie bspw. Luft, Wasser oder anderen Produkten. D. h.im Vergleich zu anderen Baustoffen wird die Umwelt bei der Herstellung, Verlegung und Nutzung von EPDM wenig bis gar nicht belastet. Der Energieaufwand im Produktionsprozess von EPDM ist darüber hinaus äußerst gering.

Aufgrund der stabilen Molekülstruktur ist EPDM-Dachabdichtungsmaterial auch nicht auf Weichmacher (Phtalate) angewiesen, die ausdampfen oder durch Auswaschen ins Grundwasser gelangen können. Regenwasser, welches sich auf EPDM-Dachbahnen sammelt, kann somit grundsätzlich als Brauchwasser im Haushalt oder Garten verwendet werden. Auch hier leistet EPDM einen wichtigen umweltschonenden Beitrag: Wasser wird gespart und gelangt unbelastet zurück in den Wasserkreislauf.

Unterstützt den Trend zur Dachbegrünung

Gebäude mit EPDM-gedeckten Dächern sind damit aber nicht nur im übertragenen Sinne „grün“. Sie unterstützen auch den umweltfreundlichen Trend zur Dachbegrünung von Gebäuden, da das Material nicht durchwurzelt werden kann. Das Grün schützt die Abdichtung und verlängert dadurch deren Haltbarkeit. Es dient auch zur Dämmung der  darunterliegenden Räume, bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere und vermag Staub und Schadstoffe aus der Luft zu filtern.

Auch als alternative Energiegewinnung einsetzbar

Zudem unterstützen mit EPDM abgedichtete Dächer die alternative Energiegewinnung, denn sie bieten sich für die Bebauung mit Solaranlagen an. Bei weitem nicht jedes Material ist für einen solchen Einsatz geeignet. Dächer, die für eine solare Nutzung in Frage kommen, sind erhöhten Belastungen ausgesetzt, bspw. durch Wind und Begehung. EPDM kann diesbezüglich seine Vorzüge voll ausspielen: Dank des geringen Eigengewichts wird das Dach entlastet, was notwendig ist, da es ja schon das Gewicht der Solarmodule tragen muss. Ein mit EPDM abgedichtetes Flachdach ist mechanisch hoch belastbar, dauerelastisch und erleichtert dadurch bspw. die Wartung der Solaranlagen. Und mit EPDM abgedichtete Flachdächer „überleben“ die darauf montierten Solaranlagen um viele Jahre, sodass zwei Generationen von Solaranlagen auf einem EPDM-Dach durchaus denkbar sind. Mit EPDM abgedichtete Flachdächer halten mehr als 50 Jahre, während bei Solarzellen von einer Lebensdauer zwischen 20 und 30 Jahren ausgegangen wird.

Stimmige Gesamtökobilanz

Auch am Ende seiner Nutzungsdauer nach einem halben Jahrhundert wird EPDM nicht zum Problem. Das Material kann bedenkenlos auf Hausmülldeponien oder -verbrennungsanlagen entsorgt werden, da keine Schadstoffeinordnung besteht. Es enthält keinerlei überwachungsbedürftige Stoffe wie Cadmium, Blei, FCKWs oder Formaldehyd etc. (gemäß der Deponieverordnung vom 27.04.2009). Somit kann der Baustoff jederzeit dem Recyclingkreislauf zugeführt werden, was nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch den Geldbeutel schont: Zum Beispiel in Bodenbelägen, Dämmplatten, Schuhsohlen, Flüsterasphalt oder als Ölbindemittel.

Zusammen genommen ergibt sich daraus eine hervorragende Gesamtökobilanz und damit Grund genug für Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder BUND e.V., das „ökologische Ersatzmaterial Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Kautschuk (kurz EPDM)“ zu empfehlen.

Dach- und Fassadenabdichtungen mit dem Baustoff EPDM unterstützen die Bauindustrie also in ihrer Verpflichtung gegenüber der nächsten Generation zur Lieferung nachhaltiger Lösungen gleich in mehrfacher Weise.

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