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13.05.2020

CORONA – DIE ZWEITE

Dachdeckerhandwerk: Gestärkt aus der Krise hervorgehen! Aktuelle ZVDH-Umfrage zeigt geringe Auswirkungen für deutsche Dachdecker

Die weltweite Corona-Krise hat in den letzten Wochen das Weltgeschehen und auch Deutschland dominiert und – so kann man wohl sagen – auf den Kopf gestellt.

Nach wie vor sind Dimension und Zahlen von Infizierten und auch Toten erschreckend, eine Ansteckung jederzeit und überall möglich und die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft enorm. Allerdings scheint die anfängliche Dynamik der Corona-Ansteckungen gedämpft und die Entwicklung gebremst. Allgemeine Schutzmaßnahmen wie Kontaktsperren sowie die große Solidarität in der Gesellschaft haben in Deutschland gute Wirkung gegen die weitere Zunahme von Corona-Fällen gezeigt. Wie schwerwiegend die wirtschaftlichen Folgen für das Land allerdings sind, zeigt alleine eine Zahl: Die europäische Staatengemeinschaft hat Ende April 2020 ein Corona-Hilfspaket in Höhe von 540 Milliarden Euro zur Krisenbewältigung beschlossen – eine ungeheure Summe. Dabei sind die gesamtwirtschaftlichen Schäden und Dimensionen noch gar nicht voll abzusehen. Aktuell schätzt die Bundesregierung die Zahl der insgesamt betroffenen Menschen in Kurzarbeit auf 2,15 Millionen, sieht sich aber finanziell „gut gewappnet“, so der Sprecher der Bundesagentur für Arbeit. (Zum Vergleich: 2008/2009 waren in der weltweiten Finanzkrise 1,44 Millionen Betroffene in Kurzarbeit.)

Das öffentliche und gesellschaftliche Leben steht auch im zweiten Monat nach dem Shutdown relativ still; die Einschränkungen werden erst jetzt im Mai 2020 sukzessive gelockert. Zumindest der Einzelhandel und auch Handwerksbetriebe wie Friseurgeschäfte können wieder ihre Türen öffnen, und die Gastronomie versucht mit Take-away und Lieferservice einigermaßen über die Runden zu kommen. Die weltweite Krise ist aber noch lange nicht überwunden: Die gesamte Tourismus- und Reisebranche inklusive Luftverkehr liegt am Boden. Die deutsche Automobilindustrie hat ihre Produktion heruntergefahren, und das Messegeschäft sowie Großevents sind immer noch eingefroren. Die Weltwirtschaft ist erlahmt, es gibt nach wie vor Lieferengpässe im Konsum- und auch Rohstoffbereich durch Produktionsausfälle, und an den Börsen geht es rauf und runter.

Die weltweite Corona-Krise hat in den letzten Wochen das Weltgeschehen und auch Deutschland dominiert und – so kann man wohl sagen – auf den Kopf gestellt.

Normal ist anders!
Wie steht es aktuell um das deutsche Dachdeckerhandwerk?

Aufgrund der Bestimmungen und gesetzlichen Regelungen durfte und darf das Dachdeckerhandwerk in Deutschland seine Arbeiten weiter durchführen und uneingeschränkt erledigen. Recht schnell und scheinbar auch sehr diszipliniert wurden Hygienestandards und Arbeitsschutz an die aktuellen Anforderungen angepasst, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Mit flexiblen Maßnahmen wurde bisher in der Branche gut umgegangen.

Dazu zählen:

  • Mitarbeiter und Angestellte werden in kleine Arbeitsgruppen und kleine Kolonnentrupps eingeteilt.
  • Der geforderte Sicherheitsabstand untereinander wird eingehalten.
  • Bürobelegschaften sind im Homeoffice aktiv.
  • Besprechungen werden per Skype durchgeführt, sodass ein direkter Kundenkontakt vermieden werden kann.
  • Es gibt flexible Familienbetreuungsregelungen für Mitarbeiter und Angestellte.
  • Überstunden sollten aktuell abgebaut werden.

Die bisherige Erfahrung zeigt, dass es im Dachdeckergewerbe noch nicht zu größeren Ausfällen und nicht zu erheblichen Liquiditätsengpässen gekommen ist. Die aktuelle ZVDH-Umfrage vom 6.5.2020 mit über 1.300 teilnehmenden Dachdeckerbetrieben zeigt, das es bei rund 20 % der Betriebe zu Auftragsverschiebungen, bei 12 % zu Umsatzrückgängen kommt. Nur 7 % geben an, stark oder sehr stark von Stornierungen betroffen zu sein. Personalausfälle sind mit 13 % zu verzeichnen. Vorleistungen oder Lieferengpässe bei Material sind kaum vorhanden.

Voraussetzung für eine weiterhin positive Entwicklung ist natürlich, dass die Auftraggeber pünktlich zahlen, die öffentliche Hand bei Aufträgen und auch Vergabeverfahren nicht bremst und es keine größeren Lieferengpässe bei Werkstoffen und Baumaterialien gibt. Die Erfahrung zeigt auch, dass Banken ihren Handwerksbetrieben mit flexiblen Aufstockungen für Verbindlichkeiten beratend und hilfreich zur Seite stehen. Der Staat hat den Betrieben mit Steuerstundungen ein bisschen Luft verschafft und mit dem eingeführten Kurzarbeitergeld positive Signale gesendet. Es gilt abzuwarten, wie es sich mit möglichen Vertrags- und Konventionalstrafen für mögliche Versäumnisse verhält und wie Bauherren mit Terminverschiebungen umgehen.

Die aktuelle ZVDH-Umfrage (1.300 Teilnehmer) und Ergebnisse finden Sie hier: ZVDH-Umfrage zu Auswirkungen der Coronakrise aufs Dachdeckerhandwerk 5-2020

Priorität: guter Teamgeist

Oberste Maxime in den Betrieben ist der gute Zusammenhalt und die Bereitschaft, füreinander da zu sein und sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Gleichzeitig wächst auch die Veränderungsbereitschaft und das Verständnis für die Vorteile einer zunehmenden Digitalisierung im Handwerk. Die digitale Vernetzung untereinander nimmt deutlich zu. Insofern schaut die Branche gespannt auf die kommende Entwicklung, wenn die Wirtschaft langsam wieder hochgefahren wird und die „Schockstarre“ überwunden ist. Das Dachdeckerhandwerk ist sich seiner Verantwortung für Gesellschaft und Mitarbeiter bewusst und hat alle sinnvollen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um das allgemeine Ansteckungsrisiko zu minimieren.

„Gesunder Menschenverstand ist der beste Unfallschutz!“, sagen viele in der Branche und haben vielleicht nicht ganz unrecht mit dieser Behauptung. Wenn sich alle an die Regeln halten, werden wir die Krise gemeinsam bewältigen.

Nach wie vor gilt:
  • Desinfektionsmittel benützen
  • Handschuhe und Mundschutz verwenden
  • Hände waschen
  • Sicherheitsabstand einhalten
Drei Tipps vom ZVDH:
  • Behalten Sie einen klaren Kopf, halten Sie den Betriebsablauf ein und beachten Sie alle Hygienevorschriften.
  • Kommunizieren Sie aktiv mit Ihren Kunden und Mitarbeitern.
  • Informieren Sie sich laufend.

Bleiben Sie gesund und wachsam! Alles Gute für Sie und Ihren Betrieb weiterhin.
Dachdecker – immer Obenauf!

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