News

14.06.2019

Nur wer unterscheiden kann, kann auch richtig entscheiden

Nur wer unterscheiden kann, kann auch richtig entscheiden

Warum man EPDM nicht mit Kunststoff verwechseln sollte. Und warum das wichtig ist.

Für die Gebäudeabdichtung ist eine Vielzahl von Lösungsangeboten auf dem Markt. Je besser man die Alternativen kennt, desto sicherer kann man die richtige Wahl treffen. EPDM wird mitunter zu den Kunststoff-Materialien für die Gebäudeabdichtung gezählt, was für Verwirrung sorgen kann. Um klar zu sehen, muss man wissen, was EPDM und Kunststoffe unterscheidet.

Was ist eigentlich „Kunststoff“?

Als Kunststoffe gelten künstlich hergestellte Materialien, meist aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle. Die hier vorkommenden chemischen „Bausteine“, die Monomere, werden in chemischen Anlagen isoliert und zu Makromolekülen, also sehr großen Molekülketten, Polymere genannt, verbunden. Je nach chemischem Verfahren und Polymerzusammensetzung entwickeln die erzeugten Kunststoffe sehr unterschiedliche Materialeigenschaften.

Welche Rolle spielen Kunststoffe für die Gebäudeabdichtung?

Die ersten Kunststofffolien für die Gebäudeabdichtung wurden seit 1966 als zeitgemäßere Alternative zum Bitumen entwickelt. Vor allem ging es dabei um eine bessere und sicherere Verarbeitung ohne offene Flamme. Aufgrund anfänglicher Schadensanfälligkeit und veränderter Anforderungen wurden die Rezepturen im Laufe der Zeit mehrfach modifiziert.

Gebräuchlichste Materialien für Kunststoff-Abdichtungen
Material Beschreibung
PVC Das Kürzel steht für Polyvinylchlorid, das durch Zugabe von Weichmachern und Stabilisatoren thermoplastisch und formbar gemacht wird.
TPO/FPO Die Folien werden aus thermoplastischen Polyolefinen (TPO) hergestellt, das sind Mischungen von unterschiedlichen Polymeren mit thermoplastischen (z.B. Polyethylen/Polypropylen) und elastomeren Eigenschaften. Sie werden oft auch als flexible Polyolefine (FPO) bezeichnet. Als UV-Schutz werden Stabilisatoren zugefügt.
ECB Ethylen-Copolymerisat-Bitumen besteht aus einem Granulat, in das Kunststoffe wie Polyethylen und kugelförmige Bitumenteilchen eingemischt sind. Ein eingelagertes Glasvlies sorgt für Stabilität, das Granulat für elastisches Verhalten im niedrigen Temperaturbereich.

Trotz einiger Ähnlichkeiten unterscheidet sich EPDM grundsätzlich durch seine Herstellung, Struktur und ganz besonderen Eigenschaften von den genannten Kunststoffen.

Was macht EPDM so besonders?

EPDM ist ein Synthesekautschuk aus den Monomeren Ethylen, Propylen und Dien. Die Kautschuksynthese erfolgt durch Vulkanisation. Dabei werden lange, verknäuelte Querverbindungen zwischen den Molekülketten erzeugt. So entsteht ein Elastomer mit einer vielfach mehrdimensional vernetzten Molekülstruktur, die sich um ein Vielfaches ausdehnen lässt, aber immer wieder ihre ursprüngliche Form einnimmt. Gesättigte Molkekülhauptketten machen den Kautschuk besonders widerstandsfähig und alterungsbeständig.

Welche Unterschiede sollte man kennen?

Wie schon erwähnt, gibt es durchaus Ähnlichkeiten in den Eigenschaften von Kunststoffbahnen und EPDM, wie z.B. die Flexibilität, das geringe Eigengewicht oder die brandsichere Verarbeitung. Für viele Planer und Bauherren fallen jedoch die Unterschiede stärker ins Gewicht.

Überblick über die spezifischen Besonderheiten von EPDM
Merkmal EPDM Nutzen Bedeutung für Abdichtungen
Synthesekautschuk Dauerhaftes gummielastisches Verhalten, extrem dehnbar. Um die Bausubstanz zuverlässig zu schützen, muss die Abdichtung Gebäudebewegungen, die durch Klima- und Temperatureinwirkungen verursacht werden, ausgleichen können. EPDM erfüllt diese Elastizitäts-Anforderungen in besonderem Maße.
Ohne schädliche Zusatzstoffe

Unkritisch für Gesundheit und Umwelt.

Weichmacher sind Additive, die Kunststoffe wie z.B. PVC weicher und flexibler machen. Sie werden über die Zeit sowie durch thermische oder mechanische Belastung emittiert. Im Brandfall können sie eine Vielzahl giftiger Brandgase freisetzen (z.B. FCKW, Chlor und Dioxine). Viele Weichmacher gelten deshalb als gesundheitlich bedenklich und umweltschädlich.
Bei EPDM gibt es keine Emissionen.
Gesättigte Molekülhauptkette (keine Doppel-bindungen) Dauerhaft gesicherte Widerstandskraft gegen aggressive UV-Strahlen. UV-Beständigkeit ist ein Schlüsselfaktor bei der Abdichtung von Dach bzw. Fassade. Die energiereichen Strahlen setzen den Materialien massiv zu und können sie auf Dauer schädigen. Angriffs-punkte sind dabei vor allem labile, ungesättigte Molekülbindungen. Da es bei EPDM nur gesättigte Verbindungen gibt, bietet es keine Angriffspunkte für unerwünschte Reaktionen bzw. Oxidationsprozesse.
Strukturbedingte Beständigkeit der physikalischen Eigenschaften Sichere Funktionalität und verlässliche Schutzeigenschaften über die komplette Gebrauchsdauer. Vielfältige Belastungen können Alterungs- und Abbauprozesse der Materialien bewirken und sie schwächen. Anfällige Materialien mit Weichmachern, die ausgasen können, werden schneller spröde, rissig oder brüchig und müssen häufiger nachgebessert bzw. ausgetauscht werden.
Dank seiner spezifischen chemischen Struktur ist EPDM extrem beständig, der Synthesekautschuk altert nicht bzw. nur extrem langsam.
Nachweislich mind. 50 Jahre Gebrauchsdauer (zertifiziert vom Brancheninstitut SKZ) Überlegene Nachhaltigkeit. Verbessert die Ökobilanz von Bauobjekten. Spart Kosten für Erneuerung/Sanierung. Die beste Lösung für Umwelt und Klima ist eine Abdichtung, die möglichst lange im Einsatz ist. In der Gesamtberechnung der Ökobilanz von Bauobjekten schlägt EPDM mit seiner Nachhaltigkeit positiv zu Buche. Und das auch in der Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Keine Schadstoff-einstufung Problemlose Entsorgung. Weniger Aufwand bei der Entsorgung reduziert die Kosten von Sanierungsprojekten.

Der EPDM Newsletter – jetzt anmelden und informiert bleiben!

Melden Sie sich jetzt an und erhalten Sie regelmäßig Neuigkeiten über EPDM. Unser Newsletter informiert Sie über interessante Entwicklungen, Anwendungen, Trends und Veranstaltungen.

Bitte rechnen Sie 1 plus 2.