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27.06.2019

Guten Flug!

Guten Flug!

Der Einsatz von Drohnen für Dachdeckerunternehmen

Wir stellen Ihnen mit dieser kurzen Übersicht die wichtigsten Punkte zusammen, die Sie beim Einsatz einer Drohne beachten sollten. Mit einer leistungsfähigen Drohne und einem geübten Umgang haben Sie viele Vorteile bei der Dachinspektion auf Ihrer Seite. Allerdings sind auch einige rechtliche Faktoren und natürlich fliegerische Gebote zu beachten, die den Einsatz von Drohnen regulieren.

Die Vorteile beim Drohneneinsatz im Überblick
  • Arbeitsschutz wird deutlich verbessert
  • Zeitersparnis
  • Kostensenkung
  • Steigerung der Servicequalität für Ihre Kunden
  • Umfassende und einfache Dokumentation in digitaler Form
Was ist zu tun?
Anschaffung und Schulung

Zunächst einmal sollte klar sein, dass Sie nicht am „falschen Ende“ sparen sollten! Eine hochwertige und qualitativ leistungsfähige Drohne mit guten Akkus und hervorragenden Flugeigenschaften ist nicht ganz preiswert. Rechnen Sie bei den Anschaffungskosten mit mindestens 1.500 EUR. Im Internet finden Sie wertvolle Informationen und Testergebnisse zu den unterschiedlichen Produkten und ein guter Fachhändler berät Sie gerne bei Kauf und Anschaffung.

Wenn Sie Ihre neue, innovative Hightech-Drohne haben: Machen Sie sich umfassend vertraut mit diesem Fluggerät und nehmen Sie sich die Zeit, ein sicheres Handling zu erlernen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln! Nutzen Sie spezielle Drohnenschulungen, die von erfahrenen Drohnenpiloten geleitet werden. Sicheres Drohnenfliegen sieht vielleicht kinderleicht aus, setzt aber ein gutes räumliches Denken und Sehvermögen voraus und klar gilt auch hier: Übung macht den Meister! Verschiedene Institutionen bieten spezielle Schulungen für Dachdeckerunternehmen an, sich in Workshops ausführlich mit Theorie und Praxis vertraut zu machen. Nach aktuellem Stand können Sie mit einem hochwertigen Gerät und entsprechenden Akkus ca. 20 Minuten lang in der Luft sein.

Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten

Der Drohneneinsatz kann Sie spürbar entlasten bei verschiedenen Tätigkeiten, die Sie für Ihre Arbeit und Ihre Kunden brauchen. Mit dieser Technik machen Sie sich selbst die Arbeit leichter und können Ihren Kunden schnellere und maßgeschneiderte Lösungen anbieten!

  • Dachinspektionen
  • Aufmaßerstellungen und Verfassen von Angeboten
  • Umfangreiche Dokumentationen

In wenigen Minuten können Sie das gesamte Dach abfliegen und auch schwer erreichbare Stellen können schnell eingesehen werden. Aufwendige Sicherungsmaßnahmen, Gerüste oder Hebebühnen entfallen bei einfachen Dachinspektionen im ersten Arbeitsgang! Das „risikofreie“ Arbeiten vom Boden ermöglicht Ihnen eine direkte Zustandsanalyse von

  • Dach und Dachrinnen
  • Abdichtungen
  • Fenstern
  • Schornsteinen
  • Antennen
  • anderen Dachvor- und Dachaufbauten (Photovoltaikanlagen, Gründach)

und spart Zeit und Geld. Auch bei Flachdächern ist der Drohneneinsatz ein hilfreiches Werkzeug!

Begutachtung und Dokumentation

Sämtliche aufgezeichneten Daten liegen Ihnen nun digital für Ihre Auswertung und eine exakte Analyse vor. Mithilfe spezieller Software können alle Bilder und Daten in perfekte Aufmaße umgewandelt werden. Dachdeckermeister, die Drohnen bei ihrer Arbeit benutzen, sind begeistert: Abweichungen oder Fehlerquoten sind minimal!

Sie benötigen diese Photogrammetrie-Software für die Vermessung und Erstellung von 3D‑Ansichten, die es für überschaubares Geld gibt. Die Programme machen so die notwendigen Vorarbeiten für die Angebotserstellungen für Aufmaße und/oder Reparaturarbeiten.

Ihre Kunden werden auch sichtlich beeindruckt sein, wenn Sie Ihre Dachbegutachtung mit der Drohne „live“ vorführen. Dieser professionelle Einsatz schafft ein hohes Maß an Transparenz und Vertrauen auf Kundenseite. Es gibt mittlerweile speziell entwickelte Wärmebildkameras für den Einsatz in Drohnen, die Ihnen und Ihren Kunden zusätzliche Vorteile bei der Dachinspektion und -Kontrolle bieten.

Rechtliche Voraussetzungen und Haftung

Für Sie als Dachdeckermeister reicht eine Drohne bis 2 kg Gewicht. Hier gibt es bereits recht gute und robuste Modelle mit sehr hochauflösenden integrierten Kameras in 4k‑Qualität. Eine gute Optik ist für Ihren Drohneneinsatz unverzichtbar.

Was ist noch zu beachten?
  • Diese Fluggeräte bis 2 kg Gewicht dürfen generell nur in Sichtweite geflogen werden, und sie dürfen die maximale Flughöhe von 100 Meter nicht überschreiten.
  • Die Drohne muss mit einer feuerfesten Plakette mit Name und Adresse des Eigentümers gekennzeichnet werden.
  • Ein Drohnen-Führerschein ist in dem Fall NICHT notwendig. Was Sie brauchen, ist die Einverständniserklärung des Grundstückseigentümers! Und auf diesem seinem Gelände dürfen Sie Ihre Drohne dann zum Einsatz bringen. Achten Sie bei Ihren Drohnenflügen auch auf die Privatsphäre anderer Personen, so dass niemand das Gefühl hat, „ausspioniert“ zu werden.
  • Eine Faustformel gibt es zum Thema Sicherheit: Pro geflogenen Höhenmeter einen Meter Sicherheitsabstand!
Kenntnisnachweis und Aufstiegsgenehmigungen

Ab 2 kg Gewicht der Drohne ist ein „Kenntnisnachweis“ Pflicht. Diesen Nachweis gibt es bei einer Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassene Stelle. Beachten Sie auf jeden Fall die Auflagen für den Drohneneinsatz in Wohngebieten und bei Industrieanlagen. Hier kann es eine Registrierungspflicht geben mit entsprechenden Aufstiegsgenehmigungen.

Drohnenhaftpflichtversicherung abschließen

Es ist wichtig, jede Art von Haftungsrisiken zu vermeiden! Mit einer speziellen Haftpflichtversicherung für den Drohneneinsatz sind Sie ebenfalls auf der sicheren Seite. Es gibt spezielle Apps (z. B. airmap), die Ihnen aktuell anzeigen, in welchen Lufträumen fliegerisches Arbeiten möglich ist.

Flugverbotszonen beachten

In geschützten und „sensiblen“ Bereichen gilt ein grundsätzliches Flugverbot! Dazu zählen insbesondere Verfassungsorgane und staatliche Einrichtungen (Bundes- und Landesbehörden, Militär), Kontrollzonen von Flugplätzen, Menschenansammlungen, Autobahnen und Verkehrsstraßen, Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften.

Wetterlage berücksichtigen

Bei schlechtem Wetter, Regen und Sturm lassen Sie die Drohne lieber am Boden und verzichten aus guten Gründen auf den fliegerischen Einsatz. Windgeschwindigkeiten über 35 km/h können recht ungemütlich werden, zumal es ebenso kaum möglich sein wird, wackelfreie und sinnvolle Aufnahmen zur Auswertung zu erhalten.

Die aktuelle Drohnenverordnung vom BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) bietet eine sehr gute und einfache Übersicht über die Rechte und Pflichten beim Drohnenfliegen. Hier der Link:

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/LF/flyer-die-neue-drohnen-verordnung.pdf?__blob=publicationFile

Alternative zum Einsatz einer eigenen Drohne

Was wäre eine Alternative zum „eigenen“ Drohneneinsatz? In größeren Städten und Gemeinden gibt es professionelle Dienstleister, die Drohnenflüge anbieten und die Sie für Ihre Zwecke buchen können. Das kostet zwar wiederum Geld, rechnet sich aber vielleicht doch für Sie, wenn Sie a) rechtlich und versicherungstechnisch auf der „sicheren“ Seite sein wollen, b) Zeit und Kosten eines „eigenen“ Drohnenbetriebes inhouse vergleichen und c) nicht den unbedingten Drang verspüren, Ihr eigenes fliegerisches Können unter Beweis zu stellen.

Auch wenn Sie nicht mit einer Drohne abheben, eine erste Betrachtung des Objekts aus der Vogelperspektive ist immer sinnvoll und gibt es flächendeckend deutschlandweit und kostenlos: Bei Google Maps bekommen Sie Luftbilder, die Sie für eine erste Einschätzung nutzen können.

Fazit

Der Drohneneinsatz im Dachdecker-Alltag bietet zweifelsfrei Vorteile, wenn Sie die Technik optimal beherrschen und sich an die Regeln halten. Eine Drohne kann Ihre Arbeit erleichtern, Zeit und Kosten senken, die Servicequalität steigern und eine gute Grundlage schaffen für Dokumentation, Auswertung und Angebotserstellungen.

Sicher ist aber auch, dass eine Drohne nur ein zusätzliches Werkzeug ist, das Ihre originären handwerklichen Fähigkeiten unterstützen kann, aber nicht die eigene und direkte Betrachtung sowie die manuelle Begutachtung ersetzen kann.

Der Einsatz einer Drohne ist kein Hexenwerk, erfordert aber unbedingt eine ausgiebige Einarbeitung, technisches Verständnis für die digitale Anwendung und Verarbeitung sowie nicht zuletzt ein sicheres fliegerisches Können und Navigieren, was vielleicht auch nicht jedermanns Sache ist.

Der Kostenpunkt in Sachen Anschaffung, Übung sowie Weiterbildung ist überschaubar. Allerdings müssen Sie in Sachen „digitale Bildbearbeitung“ und Nutzbarkeitmachung der erfassten Daten die relevante Software und die Programme ebenso sicher beherrschen wie den Drohnenflug selbst. Nur so macht der Einsatz einer Drohne für Ihren Handwerksbetrieb Sinn und natürlich Spaß an der neuen Technik und den neuen, digitalen Möglichkeiten.

Weitere sinnvolle Informationen und Tipps gibt es auch beim DDH (Das Dachdecker-Handwerk)

https://www.ddh.de/

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