Herstellung

REZEPT GEGEN DAS ALTERN

Um die besonderen Eigenschaften von EPDM besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Chemie des Materials.

Der Synthesekautschuk EPDM wird aus den Monomeren Ethylen, Propylen und Dien polymerisiert und durch Vulkanisation weiterverarbeitet:

  • Bei der Polymerisation werden die Monomere zu sehr langen Molekülketten mit gesättigten Kohlenstoffbindungen verknüpft. Diese Molekülketten bilden die sogenannten Hauptketten.
  • Bei der Vulkanisation (= Zusatz von Schwefel unter Hitze und Druck oder Einwirkung von Peroxiden) werden zwischen den Hauptketten lange, verknäuelte Querverbindungen erzeugt. So entsteht eine vielfach und mehrdimensional vernetzte, dehnfähige Molekülstruktur.

 

Somit ist EPDM ein Elastomer, d.h. ein Kunststoff mit gummielastischen Eigenschaften: Unter Zug lassen sich die Querverbindungen zwischen den Hauptketten stark ausdehnen, nehmen aber wieder ihre ursprüngliche Lage ein, wenn die Zugkraft nachlässt.

Seine Elastizität verdankt EPDM somit nicht zugesetzten Weichmachern, sondern seiner Molekülstruktur. Vom Naturkautschuk unterscheidet sich EPDM wesentlich durch seine gesättigten Hauptketten. EPDM gehört damit zu den Kunststoffen der M-Gruppe (nach DIN ISO 1629).

Was EPDM so stark macht

Die gesättigte, dadurch äußerst stabile Gerüststruktur, verbunden mit der großen Elastizität macht EPDM so wertvoll im Vergleich zu anderen Werkstoffen im Bau.

Denn beim Einsatz in Gebäuden sind Werkstoffe vielfältigen Belastungen ausgesetzt, die die Struktur vieler Materialien über die Zeit schwächen. Witterung, Temperaturschwankungen sowie chemische und mechanische Beanspruchung usw. greifen die Molekülverbindungen an und bewirken so Alterungs- und Abbauprozesse im Material. Einer der wichtigsten Faktoren dabei, insbesondere auf dem Flachdach, ist die energiereiche UV-Strahlung, die labile Bindungen in den Molekülketten aufbrechen kann.

Anfälligere Materialien als EPDM altern schneller, werden spröde und brüchig, sie müssen deshalb häufiger nachgebessert bzw. ausgetauscht werden.

Nicht so EPDM:

  • EPDM hat gesättigte Hauptketten ohne labile Doppelbindungen. So bietet das Material keine Angriffspunkte für unerwünschte Reaktionen und Oxidationsprozesse.
  • EPDM ist gummielastisch, enthält jedoch keine Weichmacher, die im Laufe der Zeit austreten könnten. So kann die Folie auch nicht spröde werden, sie bleibt über die gesamte Nutzungsdauer elastisch, dehnbar und reißfest.

 

Die Folge: EPDM altert nicht bzw. nur extrem langsam. Das Material behält seine Eigenschaften über mindestens 50 Jahre. Diese Gebrauchsdauer wird in einer Studie des unabhängigen Brancheninstituts SKZ belegt.

 

Einzelne EPDM-Produkte unterschiedlicher Hersteller unterscheiden sich in der spezifischen Ausprägung ihrer Eigenschaften. Je nach Anteil und Anordnung der einzelnen Komponenten werden EPDM-Produkte perfekt für praktisch jede Anforderung angeboten.