EPDM

DIE CLEVERE VERBINDUNG VON ETHYLEN-, PROPYLEN- UND DIEN-MONOMEREN

EPDM ist das Kürzel für einen synthetisch hergestellten Kautschuk aus den Bestandteilen Ethylen, Propylen und einem Dien.

Chemisch gesehen, ist EPDM ein Polymer. Dafür werden kleinere Moleküleinheiten, hier die Monomere Ethylen, Propylen und Dien, mittels Polymerisation zunächst zu sehr langen, gesättigten Molekülketten verbunden. Durch Vulkanisation werden diese Molekülketten dann mehrdimensional untereinander vernetzt. Ergebnis ist ein gummielastischer, extrem haltbarer und UV-beständiger Werkstoff, der sich vielseitig nutzen lässt: EPDM.

In der Industrie werden EPDM-Produkte für Profile im Automobil- und Gerätebau, für Förderbänder, Schläuche und vieles mehr verwendet. Bei Gebäuden kommen EPDM-Bahnen oder -Planen für die Abdichtung von Dächern und Fassaden zum Einsatz, bei Neubauten ebenso wie bei Sanierungen.

AUSGEZEICHNET MIT DEM NOBELPREIS

In den 1950er Jahren gelang es den Chemikern Karl Ziegler (1898-1973) in Deutschland und Giulio Natta (1903-1979) in Italien, mittels spezieller Mischkatalysatoren das Polymerisationsverfahren zur Entwicklung komplexer Kunststoffe deutlich zu verbessern und zu vereinfachen. 1963 erhielten die beiden Wissenschaftler gemeinsam den Chemie-Nobelpreis dafür. So wurde die Basis für die rentable Herstellung des Synthesekautschuks EPDM geschaffen, der die Dach- und Gebäudeabdichtung seither revolutioniert hat. Schon 1968 wurde das erste Flachdach in Europa mit EPDM abgedichtet - es musste seither nicht erneuert werden!

Aufgrund seiner Materialeigenschaften, Vorteile bei der Verarbeitung und überlegenen Gebrauchsdauer steht EPDM in den USA bereits an der Spitze aller Dichtungsmaterialien für Dach und Fassade und ist auch in Europa auf bestem Weg dahin.

Chemie-Nobelpreis für Karl Ziegler und Giulio Natta

1963